Erste Projekte und Studien

Im Folgenden sind Details zu den angesprochenen Projekten aufgeführt:

  • EXPEC (Erhebung der Sicht der PatientInnen auf gesundheitsfördernde Bewegung und Herz-Kreislauf-Erkrankung): Das Ziel dieses Projekts ist es, Erfahrungen und Sichtweisen von PatientInnen mit Herz-Kreislauf-Erkrankung zum Thema körperliche Bewegung in der kardiologischen Rehabilitation zu erkunden. Es soll ein tiefergehendes Verständnis über Zusammenhänge und Erwartungshaltungen zur gesundheitsfördernden nachhaltigen Verhaltensänderung gewonnen werden. Wirkungsweisen und Einsatzmöglichkeiten für innovative digitale Technologien sollen aus der Perspektive von PatientInnen erörtert werden.
     
  • HEALTH (Erhebung der Sicht von ÄrztInnen und anderen GesundheitsprofessionistInnen): Das Ziel dieses Projekts ist es, Problemstellungen und Lösungsansätze zur nachhaltigen Förderung der körperlichen Bewegung im Rahmen der kardiologischen Rehabilitation zu erkunden. Es sollen Sichtweisen und Erfahrungen von ÄrztInnen und MitarbeiterInnen aus anderen Gesundheitsberufen erhoben werden. Der Schwerpunkt liegt auf möglichen Anwendungsbereichen und Vorteilen im Einsatz innovativer digitaler Technologien.
     
  • Smart PA (physical activity): Die Studie erforscht in Zusammenarbeit mit der Paris Lodron Universität (Prof. Jens Blechert) die Faktoren, die ausreichend gesundheitsfördernde Bewegung im Alltag ermöglichen oder erschweren. In der Studie werden optimale Zeitfenster für gesundheitsfördernde Bewegung bestimmt. Das sind Zeitfenster in denen eine hohe Motivation wenigen Hindernissen, wie z.B. schlechtem Wetter, gegenüberstehen. Basierend auf der Datenanalyse von psychologischen und digitalen Daten sollen diese Zeitfenster automatisch durch Algorithmen bestimmt werden. Dazu werden Nutzereingaben am Smartphone zu Bewegungsmotivation, Schlafqualität, Energielevel, Emotionen und Stress mit Informationen, die Smartphone und ein Fitnessarmband liefern, kombiniert. Die Algorithmen ermitteln dann für jeden Nutzer individuell optimale Zeitfenster. Am Ende werden diese Informationen dann eingesetzt, um den Nutzern Tipps zu geben, wie sie diese Zeiten für Bewegung nutzen können und wie konkrete Planung Hindernisse aus dem Weg räumen kann.
     
  • mHealth Platform: Die neuen innovativen technologiebasierten Interventionskonzepte, die gemeinsam mit PatientInnen, ÄrztInnen und anderen GesundheitsprofessionistInnen erörtert wurden, werden in diesem Projekt in einer Plattform für mobile Geräte implementiert. Dazu werden zuerst die bestehenden mHealth Plattformen evaluiert. Dabei kann auf die Ergebnisse des FFG-Projekts EPICURE zurückgegriffen werden. In diesem Projekt wird eine multizentrische klinische Studie mit bestehenden mHealth Plattformen durchgeführt. Ziel des Projekts ist es, erste neue technologiebasierte Interventionen für Studien bereitzustellen und eine Roadmap zur Entwicklung eines in der klinischen Praxis einsetzbaren Systems zu erstellen.
     
  • CODIS (Auswirkungen der COVID-19 Ausgangssperre auf PatientInnen in der kardiologischen Rehabilitation): Kardiologische Rehabilitation und Herz-Kreislauf-Training in der Gruppe - beides wichtige Maßnahmen für PatientInnen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen - waren während der vergangenen Monate weitgehend nicht möglich. Dieses Projekt erfasst Auswirkungen der COVID-19 Ausnahmesituation auf die körperliche Leistungsfähigkeit und das Ausmaß an körperlicher Aktivität von PatientInnen, sowie das subjektive Erleben dieser Zeit durch PatientInnen.  Ziel ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, um die Unterstützung von PatientInnen in der körperlichen Aktivität und im Training zu Hause mittels digitaler Technologien zu optimieren. Dieses Projekt wird durch eine COVID-19-bezogene Förderung des Open Innovation in Science Centers der Ludwig Boltzmann Gesellschaft ermöglicht.
     
  • Data Protection: Das Projekt ist für die Erarbeitung der rechtlichen Rahmenbedingungen im Bereich Datenschutz und Sicherheit verantwortlich. Insbesondere sind für die Arbeit des LBI das Medizinproduktegesetz und die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu berücksichtigen. Dementsprechend wird eine Strategie zum Schutz von hochsensiblen personenbezogenen Daten (z. B. medizinische Daten, Wellness, Lebensstil und Verhalten) sowohl auf institutioneller als auch auf technischer Ebene erarbeitet. Darüber hinaus entwickelt das Team auch eine Roadmap zur Umsetzung personenzentrierter Datenschutzfunktionalitäten (für z.B. Digital Health Apps), die BenutzerInnen mehr Kontrolle in der Verwaltung und Weitergabe ihrer Daten bieten.
     
  • Digital Health Roadmap and Open Innovation in Science: Dieses Projekt wird sich dem Entwurf einer Roadmap für digitale Gesundheit in Österreich widmen. Darüber hinaus ist auch die Spezifikation und Bereitstellung einer digitalen Open-Innovation-in-Science-Plattform zur optimalen Einbindung relevanter Stakeholder inkludiert.
     
  • Digital Health (DH) Convener: Im Mai 2020 nahm das LBI mit dem DH-Convener-Projekt an der Nexus Digital Health Innovation Challenge des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) teil. Das Projekt wurde als Gewinner unter 8 Finalistenprojekten für den Anwendungsfall ausgewählt, der sich mit der zukünftigen Gesundheits-Datenorganisation befasst. Am 22. Juni nahm das LBI-Team am BMK-Workshop teil, um das Projekt vorzustellen und die notwendige Unterstützung zu erhalten, um es zu realisieren. Das Institut plant, das DH-Convener-Pilotprojekt in Salzburg in den kommenden 3 Jahren in enger Zusammenarbeit mit allen LBI-DHP-Partnern und Stakeholdern durchzuführen. DH-Convener ist eine offene Plattform für digitale Gesundheits-Apps zur Organisation, zum Schutz und zur Integration von Gesundheitsdaten. Die Plattform bietet Interoperabilität und Datenschutz als Service für:
    • Verbindung digitaler Gesundheitsdienste durch Integration von Patientendaten in elektronische Patientenakten (ELGA)
    • Bereitstellung integrierter Versorgung durch Unterstützung der klinischen Versorgung zusammen mit mobilen Gesundheits und Wellnessdiensten
    • Austausch von Daten mit globalen und öffentlichen Gesundheitsregistern durch Teilnahme an globalen Programmen zur Bekämpfung und Überwachung von Epidemien
    • Einhaltung der Allgemeinen Datenschutzverordnung (DSGVO)
       
  • Connect2Move (Interreg Österreich-Bayern, AB296): Das Konsortialprojekt Connect2Move (unter der Gesamtkoordination durch die TU München) wird sich der Inwertsetzung von natürlichen und evidenzbasierten Cardio-Trekking-Wegen durch Open-Innovation-Methoden zur nachhaltigen Förderung eines generationsübergreifenden, gesundheitsorientierten Tourismus widmen. Dabei soll in den nächsten 30 Monaten mittels einer klinischen Studie eine Teststrecke definiert werden, anhand derer der aktuelle Trainingszustand der Wanderer ermittelt wird und somit beim anschließenden Wandern eine gefährliche Überforderung vermieden werden kann. Mit Hilfe von modernen Technologien sollen dann, basierend auf den Ergebnissen der Teststrecke, individuelle Empfehlungen für spezielle Cardio-Trekking Wanderrouten in den Partnerregionen Werfenweng und Aschau im Chiemgau gegeben werden.